ACCESS ALL AREAS: Der Backstage-Podcast S05F01 | Warum Musik Haltung braucht: Ingo Knollmann und Stephan Thanscheidt über Erfolg, Shitstorms und Vorfreude in schwierigen Zeiten
Wir müssen reden. Die zunehmende gesellschaftliche Spaltung, steigende Kosten oder die ökonomische Unsicherheit belasten das Leben und die kulturelle …
"One morning, I sat down at my kitchen table and had a cup of tea. It was delicious. Then I released an album." Jacob Colliers Erzählung, wie es zu seiner jüngsten Platte "Djesse Vol. I" kam, endet nicht nur unheimlich britisch, sie zeigt auch, dass dem 1994 geborenen Wunderkind aus London alles, was er anfasst, mit spielerischer Leichtigkeit gelingt. Mit seinem weltweit vielleicht einzigartigen Talent hat der Multiinstrumentalist und Komponist schnell Legenden wie Quincy Jones oder Herbie Hancock auf sich aufmerksam gemacht. Mittlerweile ist Collier aber längst nicht nur Jazzfans ein Begriff, entsprechend voll war das Docks bei seinem umjubelten Konzert in Hamburg.
Nirgendwo kann man so alleine sein wie dort, wo viele Menschen sind. Edward Hopper hat die urbane Einsamkeit in der bildenden Kunst schon 1942 im ikonischen "Nighthawks" festgehalten, der australischen Indie-Formation "The Paper Kites" ist es nun gelungen, diesem Gefühl mit zwei großartigen Alben ein musikalisches Denkmal zu setzen. Ihre Europatour führte sie auch ins "Übel und Gefährlich", wo sie mit uns vor ihrem ausverkauften Konzert über Melancholie und Musik gesprochen haben. Aber keine Bange: In der denkwürdigen Show danach wurde trotzdem viel gelacht.
Hier mal eine gute Frage, die in unserem Büro relevant geworden ist: Grüßt oder ignoriert man vorbeilaufende Kollegen, während man im Sonnengruß versucht, nicht wie der letzte Depp auszusehen? Ein Dilemma. Momentan scheint sich die stille Übereinkunft durchzusetzen, dass beide Parteien beschämt zu Boden blicken. Das muss aber eigentlich gar nicht sein: Denn der Sonnengruß ist bei uns quasi institutionalisiert, mit Anweisung von ganz oben. Die "Bewegte Pause" soll krumme Büro-Rücken und ausgemergelte Mucker-Körper wieder in Form bringen, oder zumindest dazu animieren, mal wieder die eigenen Sportschuhe zu schnüren. Das Schlimmste ist: es funktioniert.
Wie viel darf Kultur kosten? Diese Frage hängt von vielen Faktoren ab, aber sicherlich nicht von der Profitgier Einzelner. Schwarze Schafe, die Konzerttickets nicht für ihren eigenen Bedarf erwerben, sondern zu Wucherpreisen auf meist zwielichtigen Plattformen weiterverkaufen, schaden dem ganzen Kulturbetrieb, aber vor allem den Fans.
Bessere Nachbarn kann man sich eigentlich nicht wünschen: Sie sind nett, abends meistens leise, und ihre Tür steht jedem offen. Wir möchten noch ergänzen, dass auch ihr Musikgeschmack vortrefflich ist. Kein Wunder, denn die Rede ist vom Team des Highfield Ladens in Leipzig – ein zum Highfield Festival gehörender Shop und Treffpunkt, der mehr ist als eine reine Vorverkaufsstelle. Was den Laden so besonders macht, und warum Anwohner manchmal sogar Kuchen vorbeibringen, lest ihr in diesem Blog.
Viva con Agua hat in seiner dreizehnjährigen Arbeit für sauberes Trinkwasser schon vieles erreicht: Der vom Ex-Pauli-Spieler Benjamin Adrion gegründete gemeinnützige Verein hat in dieser Zeit mehr als 10 Millionen Euro Spenden gesammelt, das Leben von 3 Millionen Menschen in mehreren Ländern nachhaltig verbessert, eine Wasser- und Klopapier(!)-Marke erfolgreich als Social Business aufgezogen und ausgegliedert, die Kunstwelt bereichert und ganz nebenbei unzählige Male bewiesen, wie positiv und unbekümmert „Helfen“ sein kann.
So oder so ähnlich schallt es täglich durch deutsche Redaktionsstuben, wenn sich der nächste Salzbrezel-Hersteller in die Riege der Online-Publizisten aufschwingt. Wir haben uns trotzdem dazu entschieden, und möchten diesen ersten Post nutzen, um zu erklären, warum.