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S05F06 | Eure besten Festival-Storys vom Hurricane und Southside

Jonas Rohde
Jonas Rohde
03.07.2026
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Was bleibt von einem Festival, wenn die Bühnen abgebaut sind? Wir glauben: Vor allem eine Menge unvergesslicher Erinnerungen. Deshalb haben wir die Hurricane- und Southside-Community nach Geschichten gefragt, an die sich unsere Gäste ihr Leben lang erinnern werden.

 

Unsere Besucher*innen haben uns nicht enttäuscht und erzählen in dieser Folge unter anderem von einer Hochzeit auf dem Infield, einem Deutschlehrer im Moshpit, unvergesslichen Konzertmomenten, Survival auf dem Campingplatz oder Liebe, die Zeit braucht. 
In dieser Folge hören wir, warum Festivals so viel mehr als Bier und Bühne sind. Wir versprechen: Diese Storys werden schon jetzt eure Vorfreude auf 2027 wecken.

Transkript: Eure Festival-Storys vom Hurricane und Southside

Intro

00:00 – Moderation
Okay, vom Festivalgelände schnell rüber zum Standesamt – nachdem du dich richtig in Schale geschmissen hast. Weißes Kleid darf natürlich nicht fehlen. War das überhaupt mit …

00:08 – Nicole
Mit Schleier und Pi-pa-po.

00:09 – Moderation
Aber ist der Schleier denn weiß geblieben auf dem Festivalgelände?

00:12 – Nicole
Das Kleid sieht aus wie Scheiße, aber das war es absolut wert. Ich hatte wirklich ein schönes Brautkleid mit Schleppe, das ich einmal über das Festivalgelände gezogen habe.

00:24 – Moderation
Was bleibt von einem Festival, wenn die Bühnen abgebaut sind? Wir glauben: vor allem eine Menge unvergesslicher Erinnerungen. Deshalb haben wir die Hurricane- und Southside-Community nach Geschichten gefragt, an die sich unsere Gäste ihr Leben lang erinnern werden.

Da kam einiges zusammen: eine Hochzeit auf dem Infield, ein Deutschlehrer im Moshpit, unvergessliche Konzertmomente, Survival auf dem Campingplatz oder Liebe, die Zeit braucht.

00:47 – Moderation
In dieser Folge hören wir, warum Festivals so viel mehr als Bier und Bühne sind. Wer könnte das besser erklären als unsere Gäste? Genau. Deshalb lassen wir sie heute selbst erzählen.


Michelle: Über zehn Stunden in der Sonne für Twenty One Pilots

00:57 – Moderation
Los geht’s. Ich habe jetzt das Vergnügen mit Michelle. Ich grüße dich, schön, dass du dir die Zeit genommen hast.

01:05 – Michelle
Hi Jonas, danke für die Einladung.

01:08 – Moderation
Wir zwei sprechen über das Southside. Bevor wir das tun: Sag uns, was man über dich wissen muss.

01:13 – Michelle
Genau, also was man über mich wissen sollte: Ich bin Michelle, 29 Jahre alt, arbeite in der Biotech- und Life-Science-Branche und bin ein sehr großer Musikfan. Ich gehe gerne auf Konzerte und Festivals.

01:26 – Moderation
Das ist tatsächlich alles, was man wissen muss. Das klingt sehr gut. Wir sprechen über das Southside, und deine Geschichte hat auch mit Musik zu tun – und zwar mit einer ganz besonderen Band. Starte gerne mal rein und erklär das.

01:40 – Michelle
Eine meiner liebsten Festivalerfahrungen habe ich 2022 auf dem Southside Festival gemacht. Das war das erste Festival nach Corona.

01:52 – Moderation
Wem sagst du das? Ja.

01:56 – Michelle
Mir ging es in dem Jahr nicht so super gut. Mir war es unglaublich wichtig, auf diesem Festival zu sein, weil ich wieder ein bisschen diese Freiheit spüren wollte, die man dort hat – dieses Gemeinschaftsgefühl.

Twenty One Pilots waren in dem Jahr Headliner, genauso wie jetzt 2026. Mir war es unglaublich wichtig, die Band zu sehen, weil mir ihre Musik im letzten Jahrzehnt sehr durch dunkle Zeiten geholfen hat. Ich habe mir gesagt: Okay, das ist das erste Mal, dass ich sie sehe. Wer weiß, wann ich das nächste Mal wieder die Gelegenheit dazu bekomme. Und ich wollte sie unbedingt in der ersten Reihe sehen.

02:48 – Moderation
Das ist manchmal nicht ganz einfach auf einem Festival, ne?

02:52 – Michelle
Genau. Gerade 2022 war das echt schwierig. Wir hatten einen extrem heißen Sommer, und ich glaube, an dem Tag, an dem Twenty One Pilots als Headliner gespielt haben, hatten wir 37 oder 38 Grad. Es war unglaublich heiß.

Weil ich dieses Ziel hatte, die Band wirklich aus der ersten Reihe zu sehen, war ich direkt dabei, als das Konzertgelände aufgemacht hat. Ich weiß nicht mehr genau, wann das war – früher Vormittag oder Mittag. Ab da war ich komplett allein dabei, weil keiner meiner Freunde gesagt hat: „Michelle, ich mache das mit dir mit, zehn Stunden lang bei diesem Wetter an einer Stelle unter der prallen Sonne zu stehen.“

Ich dachte aber: Okay, ich mache das. Irgendwie wird das schon klappen. Ich war auch sehr nervös, ob das gut funktioniert. Man kennt das ja: Es gibt immer Leute, die auf Konzerten umkippen oder denen etwas passiert, gerade bei solchen Wetterumständen. Aber es war eine unglaublich gute und schöne Erfahrung. Es hat geklappt, in der ersten Reihe zu sein und die Band zu sehen.

04:14 – Moderation
Wie hast du denn in dieser Hitze überlebt? Wir haben ja Schattenplätze auf dem Gelände, aber vor der Bühne ist meistens pralle Sonne angesagt. Wie hast du das gemacht?

04:22 – Michelle
Es war gar nicht mal so schwierig. Man hat natürlich versucht, sein eigenes Wasser aufzufüllen. Auf dem Konzertgelände hatte ich vielleicht einen halben Liter bei mir, was bei so einer Hitze nicht viel ist.

Aber wenn man ganz weit vorne ist, achten die Leute unglaublich stark aufeinander. Und die Security ist da immer sehr hinterher, den Leuten zu helfen. Man bekommt von denen immer wieder Wasser. Aber auch das ist bei so einem Wetter irgendwann nicht mehr unbegrenzt möglich.

Da war wirklich ein tolles Gemeinschaftsgefühl. Neben mir gab es noch ein paar andere verrückte Twenty-One-Pilots-Fans, die unbedingt in der ersten Reihe stehen wollten. Ich war also nicht die Einzige. Es gab auch andere, die nicht mehr in der ersten Reihe waren. Man musste wirklich direkt als Allererstes dort sein, damit es geklappt hat.

Die sind öfter von der Bühne beziehungsweise aus dem Bereich weggegangen, haben Wasser für alle geholt, und das haben wir dann untereinander verteilt. Das hat sehr geholfen, bei dem Wetter nicht umzukippen.

05:40 – Moderation
Das ist schön, wie du das erzählst. Es spricht Bände über die Gäste auf Festivals, aber natürlich auch über die schon berühmt-berüchtigte Fangemeinschaft von Twenty One Pilots. Da hält man schon zusammen, oder?

05:54 – Michelle
Genau. Aber allgemein waren das ja nicht alles Twenty-One-Pilots-Fans, die dort standen. Davor waren natürlich auch andere Bands, die supertoll waren. Das ist ja das Schöne an Festivals: Man kann auch andere Bands hören und Neues kennenlernen.

06:12 – Moderation
Hattest du dann überhaupt noch genug Kraft, abends mit Josh und Tyler abzugehen? Wenn du zehn Stunden in der Sonne stehst – ich weiß nicht, ob ich das noch könnte.

06:23 – Michelle
Es funktioniert unglaublich gut. Ich glaube, sehr viel macht das Adrenalin aus und auch die Stimmung vom Publikum. Mich reißt das immer unglaublich mit.

Ich denke mir dann: Okay, die Energie nehme ich jetzt noch irgendwo her. Wenn man so weit vorne im Publikum steht, können die Bands, die Künstler*innen auf der Bühne, einen ja auch wirklich sehen. Ich bin immer der Meinung: Auch wenn ich eine Band nicht kenne, was auf einem Festival ja häufig passiert, möchte ich ihnen zeigen: Hey, es ist cool, dass ihr da seid. Es macht Spaß, und ich lerne gerade gerne eure Musik kennen.

Dass man da lächelt, mitmacht und nicht wie ein Zombie herumsteht, finde ich schon sehr wichtig. Es geht immer irgendwie. Ich weiß nicht, wie es immer geht, aber es funktioniert.

07:20 – Moderation
Das finde ich total schön, was du gerade sagst. Das ist tatsächlich ein Punkt, den wir auch von Artist-Seite hören: Die nehmen das wirklich wahr, wenn die Crowd sich auf sie einstellt – egal, ob es alte Fans sind oder Leute, die die Band gerade erst entdecken.

Ich glaube, jemand wie du, dem man wirklich ansieht, dass du offen bist, gibt den Artists auch ordentlich etwas zurück. Das haben wir schon öfter gehört, und ich finde es schön, das jetzt mal von einer Besucherin gehört zu haben.

Generell finde ich deine Geschichte aus mehreren Gründen total schön. Ich glaube, wir haben viele Parallelen, weil es auch uns nach der Pandemie nicht wirklich gut ging. Wir konnten dieses Festival sehr gut gebrauchen. Ich war in dem Jahr beim Hurricane, wie in jedem Jahr, und das war für mich ein ganz besonderes Festival. Ich fand auch die Stimmung besonders toll.

Jetzt im Nachhinein zu hören, dass du eine dieser Gäste warst, finde ich mega schön – dass diese Ausgabe auch für dich so wichtig war. Und du bist dieses Jahr auch wieder dabei.

08:18 – Michelle
Genau, dieses Jahr bin ich auch wieder dabei.

08:21 – Moderation
Natürlich, wenn Twenty One Pilots wieder da sind.

08:23 – Michelle
Genau. Das finde ich sehr schön, gerade weil sie mit dem letzten Album diese ganze Lore-Geschichte beendet haben. Sie hatten keine Europatour, also sieht man sie gerade in Europa nur auf Festivals. Deswegen war für mich klar: Ich muss dieses Jahr unbedingt hin.

Auch für mich ist das Southside mein Heimatfestival. Wenn, dann gehe ich sowieso hin – auch wenn mir die Headliner vielleicht nicht gefallen. Ich denke, man kann ja auch neue Musik kennenlernen. Aber dieses Jahr ist wieder sehr wichtig.

08:56 – Moderation
Da stellt sich natürlich die eine Frage: Wirst du dieses Jahr auch wieder so früh vor der Bühne sein?

09:03 – Michelle
Ich glaube, gestern kam der Timetable raus. Den habe ich schon mit Freunden diskutiert. Ich war dann auch schon so: Oh Gott, an dem Tag spielt auch noch Florence + The Machine, und die würde ich eigentlich auch unglaublich gerne sehen.

Die sind auf der anderen Bühne. Da ist jetzt die Frage: Mache ich einen Stagewechsel? Ich habe Twenty One Pilots schon in der ersten Reihe gesehen. Ich glaube, ich muss da noch ein bisschen überlegen. Wahrscheinlich wird das eine spontane Entscheidung an dem Tag.

09:35 – Moderation
Völlig verständlich. Gerade bei Florence kann ich das gut verstehen. Es wird also eine spontane Entscheidung. Aber ich werde an dich denken, falls du Wasser brauchst. Ich bin ganz in der Nähe, im Pressezelt direkt neben der Bühne. Wir telefonieren ja mit allen Teilnehmer*innen des Podcasts über Teams, deshalb weiß ich jetzt, wie du aussiehst. Wenn ich dich wiedererkenne, sage ich auf jeden Fall Hallo.

09:57 – Michelle
Ja, super gerne.

09:58 – Moderation
Ich bringe dir eine Flasche Wasser – egal, ob du sie brauchst oder nicht. Einfach als schöne Geste.

10:02 – Michelle
Ist immer gut. Falls das Wetter so bleibt wie jetzt gerade – wir haben ja schon teilweise über 30 Grad –, könnte es gut sein, dass man das an dem Tag wieder gebrauchen kann.

10:13 – Moderation
Michelle, vielen Dank, dass du deine Geschichte geteilt hast. Ich fand sie sehr schön. Ich freue mich darauf, dich vielleicht auf dem Southside zu sehen – und nächstes Jahr dann auf unsere Kosten. Viel Spaß dabei und danke, dass du teilgenommen hast.

10:28 – Michelle
Ich freue mich.

10:29 – Moderation
Mach’s gut, ciao.


Louis’ Liebesgeschichte: Vom Hurricane zur Festival-Hochzeit

10:32 – Moderation
Ich unterhalte mich jetzt mit Louis, und zwar zum Hurricane Festival. Hi Louis, wie geht’s dir?

10:38 – Louis
Hi Jonas. Mir geht’s sehr gut. Erstmal vielen Dank, dass ich hier dabei sein darf und meine Geschichte erzählen darf.

10:44 – Moderation
Dafür nicht. Es ist auch eine schöne Geschichte, so viel sei vorweggenommen. Bevor wir da rein starten: Was muss man über dich wissen?

10:51 – Louis
Ich glaube, gar nicht so viel tatsächlich. Mein Name ist Louis, das haben die Leute jetzt ja schon gehört. Ich bin sehr festivalbegeistert. Ich gehe seit 2010 auf das Hurricane. Da war ich 16 Jahre alt, damals mit meinem älteren Bruder und seiner Clique. Die haben mich da so herangeführt.

Ich war schockverliebt. Es war mein erstes Festival, und es ist bis heute jedes Jahr mein Pflichttermin. Eine einzige Ausnahme gibt es neben der Pandemie, in der ich nicht teilgenommen habe. Ansonsten habe ich tatsächlich jedes Jahr mitgenommen.

11:20 – Moderation
Ein Überzeugungstäter also. Das höre ich natürlich sehr gerne.

11:26 – Louis
Genau.

11:27 – Moderation
Deine Geschichte hat etwas mit deiner heutigen Fast-Frau zu tun. So viel habe ich hoffentlich richtig gesagt und so viel kann ich vorwegnehmen. Erzähl doch mal. Du musst, glaube ich, ein bisschen ausholen, weil die Geschichte 2011 beginnt, richtig?

11:41 – Louis
Genau. Ich habe es ja gerade gesagt: Ich bin seit 2010 auf dem Hurricane. Damals mit der Clique meines Bruders. 2011 habe ich dann noch einen Kumpel mitgenommen. Wir sind wieder mit der Clique meines Bruders gefahren, aber dieser Kumpel hatte noch eine Schulfreundin dabei.

Das ist Sarah. Und du hast es gerade schon erzählt: Heute ist sie meine Fast-Frau. Wir sind verlobt. Damals war das tatsächlich noch nicht abzusehen.

Ich muss dazu sagen: Von beiden Seiten hätte das vielleicht früher schon etwas sein können. Ich war 2011 – ich glaube, man kann es fast sagen – ein bisschen Liebe auf den ersten Blick für mich. Aber wie das Leben so spielt, war das eher einseitig. Ich musste sie noch eine Weile davon überzeugen, dass sie mich auch so gut findet wie ich sie.

Das war 2011. Danach sind wir bis 2014 oder 2015, eines von beiden war es, noch als Freunde zusammen hingefahren. Von ihrer Seite war das sehr eindeutig Freundschaft. Danach haben sich unsere Wege ein bisschen getrennt. Ich bin seitdem weiterhin aufs Hurricane gefahren, dann allerdings mit Freunden ohne Sarah.

Dann kam die Pandemie. Unsere Leben liefen natürlich weiter, aber irgendwie haben wir während der Pandemie – richtige Zeit, richtiger Ort – noch einmal zueinandergefunden und sind tatsächlich zusammengekommen. Gut Ding will Weile haben. Meine Ausdauer hat sich ausgezahlt.

Während der Pandemie haben wir immer unser eigenes Hurricane veranstaltet. Mit Freunden haben wir auf einem Acker gecampt – quasi am Hurricane-Wochenende. Wir hatten dann unser eigenes Festival in dem Rahmen, wie es möglich war.

Seit 2022 findet das Hurricane glücklicherweise wieder jedes Jahr statt, und seit 2022 fahren wir auch zusammen dorthin.

Ich glaube, jetzt fängt der große Teil meiner Geschichte an: 2023 haben wir eine Festival-Hochzeit gefeiert, wenn man so will.

Ich habe lange darüber nachgedacht, wie das überhaupt zustande kam. Ich weiß nicht mehr, wer die Idee hatte. Erst haben wir uns ein bisschen unwohl damit gefühlt, irgendwann fanden wir es dann alle witzig. Und nach zwei bis zwölf Bier wird man von so einer Idee ja auch immer angetaner.

Tatsächlich hat das dann eine Eigendynamik entwickelt. Unsere Freunde haben die Nachbarcamps eingeladen, dass am nächsten Tag die große Hochzeit stattfinden würde. Einer hat Ringe aus Kabelbindern gebastelt.

Am nächsten Tag haben wir dann – ich weiß gar nicht mehr genau, ob um Punkt 10:10 Uhr oder 11:00 Uhr – über unseren doch relativ großen Bluetooth-Lautsprecher Kirchenglocken läuten lassen. Dann kamen die umliegenden Camps dazu und haben sich gesetzt.

Eine Freundin hat als kleine Einleitung aus einem Buch vorgelesen, dabei aber einige Worte durch „Bier“ ersetzt. Jedes Mal, wenn das Wort „Bier“ ertönte, haben wir alle einen großen genüsslichen Schluck aus unserer Kanne oder Dose genommen.

Am Ende gab es noch ein improvisiertes Ehegelübde. So hat uns unsere Freundin auf dem Hurricane verheiratet, kann man sagen. Das hält bis heute. Wir fahren natürlich auch dieses Jahr wieder zusammen zum Hurricane. Im September werden wir es dann rechtskräftig machen und unsere Hochzeit tatsächlich außerhalb des Hurricanes zelebrieren. Aber wie gesagt: Wir sind auch dieses Jahr wieder vor Ort.

16:06 – Moderation
Das ist ja dann nur noch die Formalie. Den wichtigsten Schritt habt ihr schon getan.

Ich bin immer wieder erstaunt, was sich auf unseren Campingplätzen alles zuträgt. Hattet ihr keine Probleme, die Leute um 10:00 Uhr aus den Zelten zu klingeln? War das mit den Glocken nicht ein bisschen früh?

16:24 – Louis
Ich glaube, zu früh gibt es auf einem Festival nicht. Da gibt es ja auch Nachbarn, die 7:00 Uhr oder 4:30 Uhr für eine tolle Uhrzeit halten. Ich glaube, da sind wir mit 10:00 Uhr noch echt entspannt.

16:37 – Moderation
Und eure Freundin hat das spontan gemacht? Das war eine gemeinsame Freundin aus der Gruppe, mit der ihr immer hingefahren seid?

16:45 – Louis
Genau, das ist eine gemeinsame Freundin aus unserer Clique. Die hat dann ganz spontan eine kleine Biermesse veranstaltet, so nennen wir es.

16:55 – Moderation
Wundervoll. Ich finde die Geschichte sehr schön, vor allem, weil sie sich über so viele Jahre zieht. Das macht sie wahrscheinlich noch mal besonderer. Mich freut der Ausgang natürlich für euch beide.

Und mich freut auch, dass ihr die Zeit während der Pandemie so gut genutzt habt. Wir haben daran natürlich nicht die besten Erinnerungen. Aber anscheinend habt ihr die Zeit ohne Hurricane richtig genutzt, um euch auf die richtigen Sachen zu konzentrieren. Dann seid ihr 2022 als Paar wiedergekommen, als alles wieder losging.

17:23 – Louis
Genau, richtig. Wir wären natürlich auch lieber aufs Hurricane gegangen, aber wir haben das Beste daraus gemacht.

17:29 – Moderation
So muss man das, glaube ich, sehen. Und zu Hause gefeiert – das finde ich auch sehr löblich. Das haben wir nämlich auch so gemacht während dieser Zeit.

17:36 – Louis
Ja, ich erinnere mich an die Streams.

17:38 – Moderation
Ja, genau, immerhin etwas.

17:39 – Louis
Die haben wir dann auch auf unserem improvisierten Festival laufen lassen.

17:43 – Moderation
Super. Louis, vielen Dank für die Geschichte. Ich freue mich sehr, dass ihr auch dieses Jahr wiederkommt – und nächstes Jahr kommt ihr auch wieder, dann natürlich auf unsere Kosten. Vielen Dank, dass du die Geschichte erzählt hast. Ich wünsche dir jetzt schon viel Spaß und ein tolles Musikerlebnis bei uns – und natürlich auch ein tolles Campingerlebnis.

18:01 – Louis
Vielen Dank, dass ich meine Geschichte jetzt erzählen durfte. Und vor allem natürlich vielen Dank für die Chance, dass wir nächstes Jahr auf euren Nacken aufs Hurricane gehen können. Das schmeckt noch mal besonders gut.

18:12 – Moderation
Dafür nicht. Mach’s gut, ciao.

18:14 – Louis
Ciao.


Lisa: Chaotisches erstes Hurricane und die Väter-Rettung

18:16 – Moderation
Ich spreche jetzt mit Lisa. Hi Lisa, wie ist die Lage?

18:21 – Lisa
Super, und selbst?

18:22 – Moderation
Auch gut. Kurz vor Feierabend, die Sonne scheint – was könnte es Besseres geben? Und kurz vor der Festivalsaison. Bevor du mir deine Geschichte erzählst: Was müsste man über dich wissen?

18:33 – Lisa
Ich bin Lisa, 26, und komme aus Hannover. Aktuell studiere ich digitales Marketing im Master – hoffentlich nur noch bis Ende dieses Jahres. Ich bin natürlich auf jeden Fall Musikfan und außerdem auch Fußballfan, tatsächlich von Hannover 96. Das sind so die Key Facts über mich.

18:55 – Moderation
Alles, was man wissen muss.

18:57 – Lisa
Genau, das, was man wissen muss.

18:59 – Moderation
Top. Du bist auf dem Hurricane gewesen und das Hurricane war auch dein erstes Festival. Habe ich das richtig verstanden?

19:07 – Lisa
Richtig, genau. Für mich war es so, dass ich schon relativ lange dort hinwollte. Ich glaube, das erste Mal, dass ich bewusst das Line-up angeschaut habe und dachte: „Oh, da würde ich voll gerne mal hin“, war 2014 oder 2015.

Da war nämlich mein Vater dort. Der fährt schon seit ein paar Jahren mit einer Gruppe hin. Ich weiß noch, dass damals Casper aufgetreten ist. Mein 14-jähriges Ich wollte unbedingt hin und sich das mal anschauen. Aber ich durfte natürlich nicht. Stattdessen war ich hier mit meiner Mutter auf dem AC/DC-Konzert in Hannover. Auch ein nettes Alternativprogramm.

Aber das war für mich der erste Moment, in dem ich zu meinem Vater gesagt habe: „Nächstes Mal tauschen wir.“ Dann hat es noch ein paar Jahre gedauert, weil es mir wichtig war, dass ich beim ersten Mal mit meiner besten Freundin hinfahren kann. Unsere Väter fahren nämlich auch immer gemeinsam zum Hurricane.

20:08 – Moderation
Und dann habt ihr das tatsächlich wahr gemacht.

20:12 – Lisa
Genau. 2019 war das dann, als wir beide volljährig waren.

20:16 – Moderation
Das ist auch eine gute Idee. Dann seid ihr also das erste Mal aufs Hurricane gefahren, und eure Väter haben euch, wenn ich das richtig zusammenfasse, irgendwann so ein bisschen gerettet.

20:29 – Lisa
Genau, das stimmt. Wir waren noch sehr festivalunerfahren und dementsprechend auch nicht sehr gut vorbereitet. Wir haben vorher unser Zelt besorgt und ein paar Getränke. Dann haben wir uns einer Gruppe angeschlossen, die meine beste Freundin mehr oder weniger aus der Schule kannte.

Wir sind am Freitag angereist, tatsächlich mit unseren Vätern. Die sind dann auf den Wohnmobil-Campingplatz gefahren, und wir sind aufs Main Camping und haben unsere Gruppe gesucht.

Als wir dort ankamen, war da leider schon nicht mehr wirklich Platz für unser Zelt. Wir wurden ein kleines bisschen vergessen und haben uns hinter die ganzen Pavillons und zwischen die Zelte noch irgendwie reingequetscht.

Wir waren mehr oder weniger überfordert, hatten dann aber trotzdem einen sehr schönen ersten Festivaltag und -abend.

Die Nacht war dann bekanntlich sehr festivalmäßig laut. Das war auch alles kein Thema, bis am nächsten Morgen fremde Leute direkt vor unserem Zelt angefangen haben, auf dem Boden zu grillen – und dabei fast unser Zelt angekokelt haben.

Wir beiden 18-Jährigen fanden das in dem Moment alles nicht so ganz geheuer. Da waren wir ganz froh, dass unsere Väter da waren, zur Hilfe kamen und uns mitsamt Zelt und allem Drum und Dran aus der Ecke rausholen konnten.

22:13 – Moderation
Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder man spricht mit den Leuten – sind ja alle nett auf dem Festival – oder man entscheidet sich für die Flucht. Ihr habt euch für die Flucht entschieden. Eure Väter haben dann das Zelt dorthin getragen, wo sie selbst waren. Habe ich das richtig verstanden?

22:28 – Lisa
Genau. Sie haben das Zelt mit all unseren Sachen genommen. Wir waren währenddessen noch ein bisschen auf dem Zeltplatz unterwegs und haben hin und her überlegt: Wollen wir jetzt wirklich wechseln oder bleiben wir hier?

Dann haben wir gesagt: Ja, können wir machen. Und dann sind sie losspaziert – zu viert, vier Männer, vier Ecken. Sie haben das Zelt hochgenommen und über ihren Köpfen über das gesamte Main Camping bis zu ihrem Platz getragen.

Sie wurden natürlich auch mehrfach angesprochen. Dann hieß es immer nur: „Ja, Samstag ist Bettenwechsel.“ Es war auf jeden Fall eine spannende Aktion für alle. Wir sind dann ganz ruhig und entspannt dort angekommen und haben die letzten beiden Nächte deutlich beruhigter geschlafen.

23:18 – Moderation
Das klingt nach einer guten Lösung für alle Beteiligten. Aber darf ich dich fragen: Man ist 18 und möchte wahrscheinlich weniger Zeit auf einem Festival mit seinen Eltern verbringen, oder? Das war wahrscheinlich auch der ursprüngliche Plan. Hat sich daran irgendwas geändert?

23:36 – Lisa
Bei uns ist es tatsächlich so: Meine beste Freundin Freya und ich kennen uns seit der ersten Klasse, also seit 20 Jahren. Unsere Väter haben sich dementsprechend auch durch uns angefreundet.

Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und machen gerne etwas zusammen. Wir haben alle vier denselben Musikgeschmack, das hilft immer ganz gut. Deshalb war es für uns irgendwie ganz witzig.

Wir haben das bis heute beibehalten. Mittlerweile sind wir gut auf dem Main Camping angekommen – mit eigenem Zelt und eigenem Camp. Aber wir besuchen uns trotzdem regelmäßig, schauen mal, wie die Lage ist, und suchen uns eigentlich immer mindestens einen Act raus, den wir gemeinsam anschauen. Das haben wir bis heute so beibehalten.

24:28 – Moderation
Das klingt nach einer guten Lösung. Es hat euch schon ein bisschen zusammengebracht, das Festival.

Ich fand auch total cool, wie du geschrieben hast: „Ganz viel Liebe an Freya, Carsten und Martin.“ Das würde ich hier auch einmal öffentlich sagen, weil das dazugehört. Die freuen sich bestimmt.

24:49 – Lisa
Das hoffe ich.

24:51 – Moderation
Danke, dass du deine Geschichte geteilt hast. Weil du diese Anfängerinnen-Perspektive kennst – dein erstes Festival mit 18 Jahren –, frage ich mich natürlich: Was machst du heute anders? Und was würdest du Neulingen auf dem Campingplatz oder auf einem Festival raten? Gibt es etwas, bei dem du sagst: Hätte ich das damals gewusst, daran sollte man unbedingt denken?

25:15 – Lisa
Ja, viele Kleinigkeiten. Mein klassischer Tipp, der mir nach und nach geholfen hat: immer feuchte Desinfektionstücher für die Hände und für die Dixies dabeihaben. Das hätte ich gern früher gewusst. Das ist der Tipp, der mir als Erstes einfällt.

Ansonsten haben wir jedes Jahr ein bisschen dazugelernt. Am Anfang haben wir viel geschleppt. Mittlerweile sind wir bei einer guten Sackkarre angekommen. Das ist ein Top-Fortbewegungsmittel für die Klamotten. Das haben wir nach und nach gelernt. Und: immer gut eincremen.

25:50 – Moderation
Immer gut eincremen. Sonnencreme und Regenponcho schließen sich ja nicht gegenseitig aus.

25:55 – Lisa
Nein, für alles vorbereitet.

25:57 – Moderation
Genau, für alles vorbereitet. Ich sehe schon, du hast es mittlerweile raus.

26:00 – Lisa
Ja, mittlerweile geht’s.

26:03 – Moderation
Cool, Lisa. Dann kannst du deine Erfahrungen in diesem und vor allem auch im nächsten Jahr wieder erweitern – und dann natürlich auf unsere Kosten. Danke, dass du deine Erfahrung mit uns geteilt hast. Das war eine sehr schöne Geschichte. Grüße an deine beste Freundin und an beide Väter auch von mir noch mal. Ich wünsche dir viel Spaß bei allen Festivals, die noch kommen.

26:23 – Lisa
Dankeschön, ich freue mich auch.

26:26 – Moderation
Danke, Lisa. Ciao.

26:27 – Lisa
Ciao.


Nicole heiratet spontan auf dem Hurricane Festival in Scheeßel

26:29 – Moderation
Bei mir sitzt Nicole. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Schön, dass es klappt, dass wir mal schnacken. Du hast mir eine sehr interessante Geschichte übermittelt.

Bevor wir auf die zu sprechen kommen: Was muss man eigentlich über dich wissen? Wer bist du?

26:45 – Nicole
Ich bin Nicole Herrmann, komme aus dem kleinen Örtchen Moringen in Südniedersachsen und liebe Musik und spontane Aktionen.

26:53 – Moderation
Das ist eigentlich die perfekte Überleitung, weil du anscheinend sehr für spontane Aktionen bist. Du hast – so viel sei vorweggenommen – deine Heirat spontan nach Scheeßel verlegt. Wie kam es dazu?

27:06 – Nicole
Das kam so: Ich wollte heiraten – ganz klassisch, weißes Kleid, Blumenstrauß, Standesamt. Dann kam beim Hurricane die Meldung, dass die Foo Fighters kommen. Die wollte ich auch gerne sehen.

Dann musste ich Prioritäten setzen: Was macht man? Naja, ich habe die Hochzeit hier unten gecancelt, die Sachen gepackt und in Scheeßel geheiratet.

27:31 – Moderation
Das klingt jetzt sehr einfach, wenn du das so sagst. Aber du musst unbedingt erzählen, wie du das in der Praxis gemacht hast. Was haben deine Familie, die Gäste und vor allem dein Mann gesagt?

27:40 – Nicole
Die haben natürlich alle gesagt: „Du bist verrückt.“ Aber die, die mich kennen, haben auch gesagt: „Das passt zu dir. Wir hätten dich nicht mit Walzer und abends Hochzeitskapelle gesehen. Das bist einfach nicht du.“

So ging es dann los. Wir haben beim Standesamt angerufen und gefragt, ob das in Ordnung ist. Die haben ein bisschen gelacht und gesagt: „Wenn ihr das möchtet, dann kommt vorbei.“ Ein halbes Jahr vorher mussten wir, glaube ich, das Aufgebot bestellen – oder wie das heißt.

Wir sind zur Standesbeamtin, haben ihr das erzählt, und sie war begeistert. Dann haben wir am 21.06.2019 in Scheeßel im Trausaal geheiratet.

28:20 – Moderation
Die haben sich gefreut. Ich glaube sofort, dass man in Scheeßel sehr gut heiraten kann. Ihr habt also die Formalitäten direkt im Ort erledigt und seid dann rübergezogen. Habe ich das richtig verstanden?

28:32 – Nicole
Nee, wir waren, glaube ich, ab Mittwoch schon auf dem Campingplatz.

28:35 – Moderation
Ach, das habt ihr alles schon mitgenommen.

28:37 – Nicole
Ja, na klar.

28:38 – Moderation
Na klar.

28:39 – Nicole
Es haben auch richtig viele blöd geguckt, als sie gefragt haben: „Worauf freut ihr euch am meisten?“ Und wir gesagt haben: „Auf das und das – und die Hochzeit.“ Die haben uns das am Anfang nicht geglaubt und dachten, wir verarschen sie.

Als ich dann aber Freitagmittag mit Dosenbier, Brautkleid und Brautstrauß zum Zelt gelaufen bin, haben sie gemerkt: Okay, die haben das wirklich gemacht.

Meine Eltern hatten eine Ferienwohnung und dort Anzug und Brautkleid dabei. Auf dieser langen Straße haben drei Leute eine Decke hochgehalten, und ich habe das Kleid angezogen. Dann bin ich zum Friseur nach Scheeßel rein. Die hat mir ein bisschen die Haare gemacht – es darf ja auch nicht zu wild sein, es ist ja Festival.

Mein Mann hat den Brautstrauß abgeholt, den hatten wir vorher bestellt. Dann bin ich zu Fuß zum Standesamt.

29:29 – Moderation
Okay, vom Festivalgelände schnell rüber zum Standesamt – nachdem du dich richtig in Schale geschmissen hast. Weißes Kleid darf natürlich nicht fehlen. War das überhaupt mit …

29:37 – Nicole
Schleier und Pi-pa-po.

29:38 – Moderation
Aber ist der Schleier denn weiß geblieben auf dem Festivalgelände?

29:41 – Nicole
Das Kleid sieht aus wie Scheiße, aber das war es absolut wert. Ich hatte wirklich ein schönes Brautkleid mit Schleppe, das ich einmal übers Festivalgelände gezogen habe.

29:52 – Moderation
Dann hat das Brautkleid jede Menge Erinnerungen aufgenommen – wahrscheinlich in Form eines wunderschönen braunen Saums. Damit bist du dann zum Standesamt.

Sag mir bitte, dass zumindest das normal war an deiner Hochzeit: Dass ihr euch dann mit Verwandtschaft und Freunden mehr oder weniger klassisch das Ja-Wort gegeben habt.

30:15 – Nicole
Genau. Es waren auch nicht viele da, nur die Eltern und ein Trauzeuge. Wir wohnen ungefähr drei Stunden von Scheeßel weg. Dadurch, dass der offizielle Teil vielleicht zwei Stunden gedauert hat, verstehe ich jede*n, der sagt: „Wir fahren da jetzt nicht mal eben hin und her.“ Wir haben hier noch mal mit Bekannten und Freunden gefeiert. Aber bei dem Teil war nur Familie dabei.

30:38 – Moderation
Ich verstehe. Dann habt ihr das also aufgesplittet. Das ist logistisch sehr klug eingefädelt. Dann erübrigt sich auch die Frage, was die ganze Gesellschaft dazu gesagt hat, dass sie aufs Festival muss.

30:50 – Nicole
Es gab wirklich viele, die gesagt haben, wir seien verrückt. Nicht alle waren begeistert, aber das war ja egal. Mein Mann und ich haben geheiratet, und wir mussten damit glücklich sein. Und das waren wir.

31:03 – Moderation
Das glaube ich sofort. Wenn das zu euch passt, ist das alles, was man berücksichtigen muss. Da können die anderen die Köpfe schütteln, so viel sie wollen.

Nach der Trauung selbst seid ihr dann wieder zum Festival. War das genau der Tag mit dem Foo-Fighters-Konzert?

31:20 – Nicole
Nee, wir haben am Freitag geheiratet. Die Foo Fighters haben Sonntagabend gespielt.

31:24 – Moderation
Als Abschluss, okay.

31:27 – Nicole
Genau. Wir haben uns einen Fotografen mitgenommen. Der kam auch aus Scheeßel. Wir haben ihn angefragt, ob er am 21.06. Zeit hat. Da guckt er uns an und sagt: „Oh, kann ich nicht, da bin ich auf dem Hurricane Festival.“ Ich habe gesagt: „Das trifft sich gut, da sind wir auch.“

Dann hat er wieder geguckt: „Hä?“ Wir haben ihm das kurz erzählt, und er meinte: „Ja, das ist geil, das mache ich mit.“ Er hat uns dann noch bis aufs Gelände begleitet, weil er natürlich auch Karten hatte. Dann haben wir ganz viele Fotos auf dem Festivalgelände gemacht.

31:56 – Moderation
Ich bin total glücklich darüber, wie man das in Scheeßel immer alles erledigt. Standesamt: kein Problem. Fotograf: kein Problem. Ich glaube, die Freundinnen und Freunde dort sind mittlerweile so ziemlich alles gewohnt. Aber deine Geschichte war auch für die etwas Besonderes, oder?

32:15 – Nicole
Viele haben gesagt, dass das cool ist und dass sie auf so etwas schon warten. Das hatte bisher noch keiner gemacht. Dann machen wir es halt als Erste. Ich glaube, seitdem ist es auch noch ein zweites Mal vorgekommen.

32:32 – Moderation
Ihr habt gezeigt, dass es geht. Eine gute Frage ist natürlich auch: War das Konzert dann auch wert?

32:39 – Nicole
Ja, das war super. Leider haben wir am Freitag Bosse verpasst. Den wollte mein Mann gerne sehen. Aber es ist nicht so leicht, mit einem Brautkleid schnell von A nach B zu kommen. Egal, wo wir hingegangen sind, wir wurden angehalten, gefragt, was los ist, mussten ein Bier mittrinken oder ein Foto machen.

Wir haben Bosse leider verpasst. Ich glaube, wir haben dann erst abends die Toten Hosen gesehen. Aber alles war gut. Foo Fighters am Sonntag waren super. Dazwischen haben wir auch ein, zwei schöne Bands gehört und super Momente und eine super Zeit gehabt.

33:16 – Moderation
So soll es sein. Das kann nicht jede*r von seiner Hochzeit behaupten.

33:23 – Nicole
Nein. Es gab keinen, der übers Essen gemeckert hat. Es gab niemanden. Es waren wirklich nur wir beide. Es war Hochzeit und Flitterwochen in einem.

33:32 – Moderation
Ach Mann, ist das schön. Ich kann ja auch vorwegnehmen: Wir haben eben ein kleines Vorgespräch geführt, und ich habe den Mann im Hintergrund gehört. Das heißt, es hat sogar gehalten.

33:45 – Nicole
Den Mann gibt’s noch. Und wir haben sogar noch einen Mini-Herrmann dazu produziert. Wir haben einen kleinen Sohn bekommen.

33:50 – Moderation
Ach, ist das schön. Kennt er das Hurricane auch schon oder kommt das noch?

33:57 – Nicole
Rock am Ring, da war ich letztes Jahr.

33:59 – Moderation
Ist auch okay.

34:00 – Nicole
Genau. Aber er hat natürlich schon gefragt. Er erkennt die Fotos, die hier hängen, und hat gefragt, was das war. Ich habe gesagt: „Hurricane Festival.“ Er möchte später auch mal mit auf ein Festival.

34:13 – Moderation
Früh übt sich, würde ich sagen.

34:15 – Nicole
Dadurch, dass er so damit aufwächst, ist das für ihn etwas ganz Normales. Wir zelten im Garten und spielen Festival. Ich hatte letzte Woche Geburtstag, das war ein Festivalgeburtstag. Das wird später ein kleiner Festivalgänger.

34:26 – Moderation
Wie schön, gleich die nächste Generation gesichert. Mir fällt gerade ein: Du hast auch erzählt, dass du vom Standesamt wieder zurück zum Festival kommen musstest. Das habt ihr dann auch auf Scheeßeler Art erledigt, oder?

34:41 – Nicole
Genau. Wir sind das kleine Stückchen gelaufen. Vorne, wo der Hauptteil anfängt, sind ja immer die netten Jungs, die einen mit so einem Lasten-Kettcar fahren.

34:50 – Moderation
Richtig.

34:51 – Nicole
Ich hatte Absatzschuhe an, und mir taten die Füße schon echt weh. Dann sind wir auf so ein Lasten-Kettcar geklettert und hochoffiziell zum Festivalgelände gefahren worden.

Als wir angekommen sind, waren gerade die Polizeistaffel und die Reiterstaffel da. Die haben mir dann Spalier geführt zum Eingang, damit das Kleid nicht dreckig wird. Das war ein richtiges Begrüßungskomitee.

35:21 – Moderation
Das hat ja alles perfekt hingehauen.

35:24 – Nicole
Das war super. Das Kettcar war sozusagen eine Hochzeitskutsche. Das Pferd war auch da, wunderbar. Das Pferd hat noch den Brautstrauß angeknabbert.

35:36 – Moderation
Wenn sich alles fügt. Das ist eine mega schöne Geschichte. Nicole, vielen Dank, dass du sie mir erzählt hast.

35:42 – Nicole
Sehr gerne.

35:43 – Moderation
Auf jeden Fall die Einladung wert. Es freut mich sehr, dass ihr uns im kommenden Jahr beide besucht – oder mit wem auch immer du dieses Festival 2027 teilen möchtest. Fühl dich herzlich eingeladen fürs nächste Jahr.

35:57 – Nicole
Ich freue mich sehr. Ich bringe meinen Mann mit. Wir wollen das noch mal Revue passieren lassen.

36:01 – Moderation
Genau. Und wenn ihr irgendwann mal eine Silberhochzeit ausrichten müsst, wisst ihr, wo ihr uns findet.

36:08 – Nicole
Dann sind wir da.

36:10 – Moderation
Ist das etwas, worüber du noch viel sprichst oder woran du dich erinnerst? Hat euch diese Hochzeit ein Stück weit geprägt?

36:19 – Nicole
Ich wohne in einem sehr kleinen Ort und war mit der Geschichte in ganz vielen Zeitungen. Bei meinem Mann auf der Arbeit hing das Foto von uns am Schwarzen Brett. Wenn ich in den Rewe gegangen bin, wurde schon mal gesagt: „Ist das die, die …?“ Das weiß man bis heute noch.

Im Flur hängt auch ein ganz großes Foto. Betontod haben da gespielt, und wir stehen vor der Hauptbühne: Brautstrauß, Bierdose oben, und es gab den Hochzeitskuss. Das ist ein super Foto. Jede*r, der vorbeikommt, fragt natürlich: „Was war denn da los?“

36:49 – Moderation
Die haben nur für eure Hochzeit gespielt. Das war los.

36:53 – Nicole
Das ist nämlich meine Hochzeitskapelle gewesen.

36:56 – Moderation
Du hast auch erwähnt, dass du es mit deiner Geschichte sogar in eine Quizshow geschafft hast. Das würde mich natürlich auch brennend interessieren.

37:04 – Nicole
Genau. Die haben außergewöhnliche Leute mit außergewöhnlichen Erlebnissen gesucht. Da fand ich meine Geschichte ganz gut. Ich habe mich bei einer Quizsendung im Fernsehen beworben, habe es dorthin geschafft und noch mal gutes Kapital für den Familienstart gewonnen.

37:23 – Moderation
Und hast Günther Jauch deine Geschichte vom Hurricane erzählt?

37:26 – Nicole
Genau, Günther Jauch. Da war auch das Foto im Fernsehen, wie wir mit der Bierdose über den Festivalplatz laufen. Er fand auch, dass das alles sehr stimmig ist und zu mir passt, so wie er mich kennengelernt hat.

37:40 – Moderation
Genauso soll es sein. Wenn es sich für dich auch noch gelohnt hat, ist das die Pointe, mit der selbst du wahrscheinlich nicht gerechnet hast – obwohl du so spontan bist und so verrückt, das überhaupt zu machen. Und dann noch obendrauf als Sahnehäubchen oder als Kirsche auf der Sahne: Das ist wirklich eine unglaubliche Geschichte.

38:03 – Nicole
Es war richtig schön. Ich kann es jedem, der überlegt, nur empfehlen. Es war ein supertoller Tag, und das vergisst man nie.

38:12 – Moderation
In diesem Sinne: Danke, dass du diese Geschichte mit uns geteilt hast. Ich bin mir sicher, dass du das nie vergessen wirst. Und wir werden das auch nie vergessen – ehrlich gesagt auch nicht die Scheeßeler, die involviert waren und euch empfangen haben.

Noch mal vielen Dank, dass du deine Story geteilt hast. Es freut mich mega, dass wir so coole Gäste haben.

38:32 – Nicole
Sehr gerne. Dann sehen wir uns im nächsten Jahr.

38:35 – Moderation
Wir sehen uns im nächsten Jahr. Danke dir, Nicole.

38:37 – Nicole
Gerne.


Cornelius trifft seinen Deutschlehrer im Moshpit beim Southside

38:40 – Moderation
Bei mir sitzt jetzt Cornelius. Cornelius, ich grüße dich.

38:44 – Cornelius
Hallöchen, schön, dich zu hören.

38:46 – Moderation
Gleichfalls. Ich hoffe, es geht dir gut und die Vorfreude auf den Festivalsommer steigt. Dich frage ich das, was ich alle gefragt habe: Was muss man über dich wissen? Wer bist du überhaupt?

38:56 – Cornelius
Ich bin 19 Jahre alt, aus Düsseldorf, habe mein Abi fertig gemacht und war vor dem Studium gerade ein halbes Jahr in Asien unterwegs. Jetzt bin ich wieder hier in Deutschland und übe mein liebstes Hobby aus: Festivals.

39:13 – Moderation
Das klingt mehr oder weniger perfekt. Meine Vorstellung fand ich auch ganz gut gewählt, weil deine Geschichte ja auch etwas mit deinem Abitur zu tun hat, kann man sagen.

39:21 – Cornelius
Kann man so sagen, auf jeden Fall. Letztes Jahr war ich ungefähr einen Monat, nachdem ich meine Abiturprüfung geschrieben hatte, auf dem Southside Festival. Dort hatte ich dann eine ungewöhnliche Begegnung.

39:40 – Moderation
Okay, es war also eine Person. Und wo hast du diese Person getroffen?

39:47 – Cornelius
Lustigerweise im Moshpit bei 01099.

39:52 – Moderation
Das ist ein guter Ort.

39:54 – Cornelius
Eigentlich der beste Ort auf dem ganzen Festival, wenn man so will. Auf jeden Fall der Ort, wo ich mich am liebsten befinde.

Aber dann habe ich dort eine Person getroffen, die ich nicht unbedingt mit meinem liebsten Hobby verbunden hätte: meinen Deutschlehrer. Bei dem hatte ich einen Monat vorher noch Abitur geschrieben. Er war ungefähr 40 Jahre alt, eigentlich ein lustiger Typ, aber auf dem Festival hätte ich ihn auf jeden Fall nicht erwartet.

40:21 – Moderation
Das war für dich also eine Überraschung, dass du deinen Lehrer auf dem Festival triffst – und nicht nur da, sondern direkt im Moshpit. Habt ihr euch gegenseitig umgerannt oder wie kann ich mir das vorstellen?

40:32 – Cornelius
Er ist ziemlich abgegangen. Er stand so am Rand des Moshpits, ist ein bisschen gesprungen und war ready für den Moshpit. Da habe ich ihn dann gesehen und war erst sehr verwirrt. Ich habe ein bisschen gebraucht, um das zu realisieren.

Dann ging der Moshpit auf, und ich habe mich – ich weiß nicht, ob absichtlich oder nicht – auf jeden Fall vor ihm wiedergefunden. Das war für mich sehr lustig. Ich glaube, für ihn war es echt unangenehm, weil er nicht mehr ganz so abgegangen ist, als er mich gesehen hat.

Es war ein bisschen sehr awkward, kann man sagen.

41:10 – Moderation
Ein bisschen awkward. Aber ihr habt euch begrüßt und ein bisschen geschnackt?

41:15 – Cornelius
Ja, wir haben ein bisschen Smalltalk geführt – etwas auf Krampf. Es ging vielleicht zwei, drei Minuten. Es war während des Acts und ziemlich laut, aber wir haben unser Bestes getan, es nicht zu unangenehm werden zu lassen.

Irgendwann hat er dann gesagt: „Ich müsste mal gehen, aber schön, Sie hier zu treffen.“ Dann ist er einfach abgehauen. Das hat uns weitere Awkwardness erspart.

Im Nachhinein war es sehr lustig, und ich blicke positiv darauf zurück. Ich habe nachher in Deutsch tatsächlich 15 Punkte im Abi bekommen. Vielleicht war das ein bisschen, damit ich es nicht an die große Glocke hänge – weil er vielleicht nicht so gesehen werden wollte. Aber ich fand es im Endeffekt echt cool. Es hat meine Schullaufbahn auf eine nette Weise abgeschlossen.

42:12 – Moderation
Das ist doch ein schöner Abschluss von hart erkämpften 15 Punkten. Anscheinend hast du dann ja auch nichts Dummes vor der Bühne gesagt, wenn es mit dem Abi geklappt hat.

Was lernen wir daraus? Auch Lehrer sind nur Menschen, falls wir es noch nicht gewusst haben.

42:28 – Cornelius
Überraschung.

42:30 – Moderation
Überraschung. Aber das macht ihn doch sehr sympathisch. Stille Wasser sind tief. Man kennt die Menschen erst, wenn man sie auf dem Festival trifft, sage ich immer.

42:41 – Cornelius
Und auch sehr mutig, muss ich sagen. Soweit ich das sehen konnte, war er ohne Begleitung auf dem Festival. Das hat es noch mal besonderer gemacht.

Ich war später auch mal alleine auf einem Festival – notgedrungen, weil mein Kumpel gesundheitlich spontan nicht konnte. Das ist noch eine Empfehlung von mir: mal alleine auf ein Festival gehen, solo probieren.

Ich hatte davor ein bisschen Respekt. Ich bin generell sehr offen und extrovertiert und kann schnell Kontakte knüpfen, aber ich glaube, es kann jedem gelingen. Auf dem Festival sind ohnehin alle super offen. Ich hatte dadurch noch mal einen besonderen Festivaltag, habe mehr Leute kennengelernt und neue Bekanntschaften gemacht. Das ist wirklich eine Empfehlung von mir.

43:24 – Moderation
Das ist ein interessanter Punkt. Du warst also einmal allein auf dem Festival. Hast du irgendwann eine Gruppe gefunden oder bist du von einem zum anderen gegangen und hast so den Tag verbracht? Wie ist das denn auf dem Campingplatz?

43:41 – Cornelius
Das war ohne Campen, nur auf dem Festivalgelände. Ich kann mir vorstellen, dass Campen mit einer Gruppe vielleicht doch netter ist, weil dann die Campingkultur noch mehr rüberkommt.

Aber auf dem Festivalgelände war ich einfach immer bei dem Act, bei dem ich sein wollte, und habe mich mit meinen Nachbar*innen unterhalten. Auf dem Festival rotiert es ja auch ziemlich stark. Ich habe immer viele Leute getroffen. Alles in allem war das eine Erfahrung, die ich gerne öfter machen werde.

Ich bin jetzt auf jeden Fall nicht mehr zu scheu, mir einfach mal eine Festivalkarte zu holen, auch wenn ich eigentlich niemanden habe, der mitkommen würde.

44:15 – Moderation
Ich glaube, das hören viele Leute sehr gerne. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich da auch eine Schwelle – so allein auf einem Festival. Aber wenn du das so sagst, kann ich mir das auch vorstellen. Wenn man dort keine Leute kennenlernt, wo dann?

Danke dir, ich fand deine Geschichte zwar kurz, aber sehr schön. Lehrer sind eben auch nur Menschen. Und Lehrer feiern anscheinend auch das Abitur, genauso wie ihre Schüler*innen – nur am anderen Ende. Irgendwie habe ich das Gefühl, das hängt wahrscheinlich zusammen.

44:51 – Cornelius
Wahrscheinlich. Wenn ich ihn noch mal treffen würde, würde ich auf jeden Fall Arm in Arm mit ihm den Moshpit aufmachen.

44:59 – Moderation
Das wünsche ich dir sehr. Du sagst ja, dein Studium geht bald los. Vielleicht findest du dann irgendwann einen Dozenten, der festivalverrückt ist – vielleicht den Prüfer deiner Bachelorarbeit als Nächstes.

45:11 – Cornelius
Das wäre natürlich sehr praktisch.

45:14 – Moderation
Cool, Cornelius. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Danke fürs Gespräch und viel Spaß auf dem Southside 2027.

45:22 – Cornelius
Vielen, vielen Dank. Sieht man dich auch auf dem Southside?

45:26 – Moderation
Ja, auf jeden Fall. Ich bin jedes Jahr da, das lasse ich mir natürlich nicht entgehen.

45:30 – Cornelius
Du weißt, was gut ist.

45:32 – Moderation
Richtig. Alles klar, Cornelius, mach’s gut.

45:35 – Cornelius
Ciao, ciao.


Lara: Chaotischer Start – Zelt verloren, Sonnenbrand am Southside

45:37 – Moderation
Ich spreche jetzt mit Lara, und zwar zum Southside Festival. Hi Lara.

45:41 – Lara
Hi.

45:43 – Moderation
Danke, dass du mitmachst. Mich hat deine Geschichte sehr gefreut. Bevor du sie uns erzählst: Was muss man über dich wissen?

45:50 – Lara
Ich bin Lara, 28 Jahre alt und treibe in meiner Freizeit viel mit meinen Freunden. Wir gehen auch gerne auf Festivals, und da gehört natürlich das Southside dazu.

46:02 – Moderation
Sehr löblich. Dann erzähl doch mal einfach. Ich kenne deine Geschichte ja schon ein bisschen, wahrscheinlich aber nicht alle Details deiner Odyssee. So viel sei vorweggenommen: Es ist eine Camping- beziehungsweise Ankommensgeschichte.

46:16 – Lara
Genau. Es war 2024, da waren wir das erste Mal auf dem Southside. Wir hatten uns das schon länger überlegt. Meine Schwester, ein Kumpel und ich sind zusammen angereist und haben für insgesamt fünf Leute einen Zeltplatz gesucht. Das war am Donnerstagnachmittag.

Wir standen schon vor einem ziemlich vollen Zeltplatz. Die lieben Leute, die dort immer rumgelaufen sind, meinten: „Da gibt es noch was, und da gibt es noch was.“ So sind wir eine ganze Weile über den Campingplatz gelaufen.

Als wir festgestellt haben, dass wir doch keinen Zeltplatz mehr finden, haben wir von Leuten mitbekommen, dass anscheinend ein weiterer Zeltplatz aufgemacht werden soll. Da sind wir dann hin und haben gewartet, bis er aufgemacht wird, damit wir die Chance haben, dort einen Platz zu bekommen. Für fünf Leute war es wirklich schwierig.

Als wir vor dem Zeltplatz standen, mussten wir noch eine ganze Weile warten. Irgendwann war es wirklich so weit, dass sie den Zeltplatz geöffnet haben. Ich hatte mir vorsorglich zwei Zelte aufgeschnallt – das von meiner Schwester und das von unserem Kumpel – und bin wirklich losgesprintet, ohne zu schauen, ob die anderen beiden auch da sind.

Ich habe dann einen Platz bekommen und die Zelte schnell ausgepackt, damit wir einfach einen Bereich für unsere fünf Zelte bekommen.

47:45 – Moderation
Happy End.

47:47 – Lara
Ja, also meine Schwester habe ich dann nicht mehr gesehen. Ich hatte lustigerweise auch kein Handy dabei.

47:53 – Moderation
Okay, die Geschichte geht noch weiter.

47:55 – Lara
Genau. Ich dachte dann: Scheiße, wie finde ich die beiden jetzt wieder? Ich habe dann einen Nachbarn am Zeltplatz gefragt, ob ich kurz sein Handy ausleihen dürfte. Ich hatte eine Apple Watch an, und da war natürlich die Nummer meiner Schwester drauf.

Leider habe ich sie nicht erreicht. Irgendwann habe ich dann ganz leise „Lara“ gehört. Ich dachte: Oh ja, das kenne ich. Ich habe mich umgedreht, und da war sie. Sie dachte, sie sieht mich nie wieder. Dementsprechend war das Wiedersehen echt glücklich.

Dann kam Nils mit dem Bollerwagen um die Ecke, und wir haben gemerkt: Scheiße, Lara, dein Zelt fehlt.

48:37 – Moderation
Oh nein. Das ist Nils also vom Bollerwagen gefallen?

48:43 – Lara
Genau. Während sie mich gesucht haben, muss er es irgendwo verloren haben.

48:50 – Moderation
Ihr hattet jetzt endlich eine Fläche gefunden, all eure Crew wieder beisammen – aber das Zelt war weg?

48:58 – Lara
Genau. Dann sind wir noch mal los und haben das Zelt gesucht. Zum Glück haben wir es relativ zügig wiedergefunden, weil Nils noch ungefähr wusste, wo sie rumgelaufen sind, als sie mich gesucht haben.

Dann haben wir unseren Platz aufgebaut. Anschließend haben wir festgestellt: Wow, Lara, du hast einen riesigen Sonnenbrand.

Ich hatte wirklich ein perfektes Kreuz auf dem Rücken. Das war 2024, glaube ich, der einzige schöne Tag auf dem Southside, weil wir an dem Wochenende eine ziemliche Matschparty hatten.

Ich hatte dieses Sonnenbrand-Kreuz bestimmt noch ein halbes bis dreiviertel Jahr später auf dem Rücken. Das war eine tolle Erinnerung. Es war ein chaotischer Start, aber dann doch ganz amüsant. Wir reden heute noch viel darüber.

49:53 – Moderation
Heute könnt ihr darüber lachen?

49:55 – Lara
Definitiv. Es war auch nicht so abschreckend, weil wir dieses Jahr wieder hingehen und uns freuen, dass wir nächstes Jahr auch gehen dürfen.

50:03 – Moderation
Dann auf unsere Kosten natürlich. Ihr habt es euch verdient, würde ich sagen. Das war wirklich eine Odyssee.

Aber ihr habt auch etwas gelernt, oder? Du sagtest ja selbst, es war dein erstes Festival. Wahrscheinlich machst du es im Folgejahr oder in diesem Jahr ein bisschen anders – mit mehr Absprache, früher ankommen?

50:22 – Lara
Wir haben tatsächlich einen Campingplatz dazugebucht, also einen Platz für zehn Personen. Wir sind dieses Mal eine etwas größere Gruppe, dann wird das alles entspannter.

50:31 – Moderation
Dann kann nichts mehr schiefgehen.

50:34 – Lara
Vor allem wissen wir, dass wir einen Zeltplatz haben und wo wir hinmüssen.

50:38 – Moderation
Ich glaube, deine Geschichte kann ein Lehrstück für andere Gäste sein. Deshalb frage ich dich mal: Gibt es irgendwelche Gadgets oder Dinge, bei denen du heute sagst – zum Beispiel Sonnencreme –, die hätte ich unbedingt mitnehmen sollen? Was empfiehlst du jedem oder jeder, die auf ein Festival geht?

50:57 – Lara
Definitiv auch ein Handy. Das sollte man nicht im Auto lassen.

51:01 – Moderation
Okay, ja. Das stimmt.

51:05 – Lara
Da ist man wirklich aufgeschmissen.

51:09 – Moderation
Hast du deine Freundin deshalb nicht erreicht? Du hattest dein Handy im Auto?

51:13 – Lara
Genau. Ich habe versucht, sie über die Apple Watch zu erreichen, aber leider niemanden erreicht. Wahrscheinlich war das Netz auch schwierig. Aber es war einfach witzig.

51:25 – Moderation
Das macht man nur einmal falsch. Dann nimmt man sein Handy mit.

51:31 – Lara
Genau. Und definitiv Sonnencreme. Es war zwar bewölkt, aber die Sonne muss doch schon stark gewesen sein. So einen Sonnenbrand hatte ich noch nie. Am nächsten Morgen hatte ich sogar ein paar Bläschen auf dem Rücken. Das war nicht ohne.

51:44 – Moderation
Oje. Daraus haben wir gelernt. Dieses Jahr wird alles besser – und nächstes Jahr natürlich sowieso.

51:52 – Lara
Ja. Ich finde es auch eine super Option, dass man sich so einen Platz dazubuchen kann. Vor allem, wenn man schon mal so ein Erlebnis hatte wie wir. Man reist wirklich entspannter an, muss ich sagen.

52:07 – Moderation
Genau dafür ist es ja auch gedacht. Man bekommt es sicherlich auch ohne eigenen Platz hin, aber es ist natürlich schöner und entspannter, wenn man nicht ganz früh da sein muss.

52:19 – Lara
Genau. Untergekommen sind wir letztendlich ja trotzdem alle, nur der Weg dahin war etwas zäh. Aber vergeben und vergessen. Wir haben jetzt eine Geschichte, die sich zum Erzählen gelohnt hat.

52:31 – Moderation
Für euch hat sie sich jetzt auch gelohnt, kann man sagen. Dass ihr euch trotzdem wiedergefunden habt, finde ich wirklich beachtlich – dass deine Schwester nicht „Helga“, sondern „Lara“ über den Campingplatz gerufen hat und du zufällig in der Nähe warst.

52:46 – Lara
Sie hat auch gesagt, sie hat mich am Sport-BH erkannt, weil der hinten dieses Kreuz hatte. Dass es ein Sonnenbrand war, haben wir erst am nächsten Tag festgestellt.

52:54 – Moderation
Vielleicht hat sie dich am Sonnenbrand erkannt.

52:56 – Lara
Ja, quasi.

53:00 – Moderation
Lara, ich wünsche dir ganz viel Spaß auf dem Southside dieses Jahr und in eurem „Zehner-Camp“. Lasst es euch da sehr gut gehen. Ich wünsche euch bestes Wetter – und mir genauso, weil ich dieses Jahr auch auf dem Southside bin. Ich wünsche uns ein schönes Festival.

53:21 – Lara
Definitiv. Wenn jetzt das Wetter passt, was kann da noch schiefgehen?

53:27 – Moderation
So sehen wir das auch. In diesem Sinne: toi, toi, toi. Danke, Lara, dass du deine Geschichte geteilt hast.

53:33 – Lara
Sehr, sehr gerne. Ciao.