Detlev Kaldinski grinst breit und stellt die Kaffeetasse erst mal wieder auf den Tisch. „Das Festival-Fiasko 1977 und 20 Jahre Ruhe am Eichenring – und dann will Folkert Koopmans ausgerechnet in Scheeßel wieder ein Festival machen. Da war einiges an Überzeugungsarbeit nötig.“ Die Runde nickt und schüttelt angesichts der unvergleichlichen Erfolgsgeschichte ihre Köpfe. Gemeinsam mit Detlev sitzen Bernd Braumüller, Bobby Meyer und Reinhard Lüdemann von der Kulturinitiative Scheeßel am Tisch der Bäckerei Schrader direkt im Ortskern. Schrader liefert den Festivalbesuchern übrigens jedes Jahr die Brötchen, was ganz gut zeigt, worum es in unserem Gespräch eigentlich geht: um kurze Wege, Zusammenarbeit, Zusammenhalt – und Erinnerungen, die ein ganzes Leben bleiben.
Mit dem Fiasko meint Detlev das First Rider Open Air, das es unter anderem mit einer brennenden Bühne und einem Veranstalter, der sich mit den Einnahmen absetzen wollte, in die Tagesschau geschafft hat. Auch wenn die Messlatte für eine professionelle Zusammenarbeit also nicht besonders hoch lag, tat sich unter ihr eine breite Kluft auf: Das Vertrauen in Festivals war zu Recht zerstört und musste von Folkerts Team mühevoll wieder aufgebaut werden. Dass das gelungen ist, ist hinlänglich bekannt, und zwar nicht nur in Scheeßel. „Wenn du heute sagst, dass du aus Scheeßel kommst, freuen sich die Leute; ganz egal, ob du irgendwo in Deutschland oder im Urlaub bist“, erzählt Bernd, dessen Hotel dem Gastro-Team des Festivals seit Jahren eine liebgewonnene Zuflucht ist. „Mit den jungen Gästen hatte ich übrigens nie ein Problem, die benehmen sich besser als viele andere.“
